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Quelle: http://eigene-homepage.net/cookie-hinweis

Verkehrsentwicklungsplan für Nürnberg


Antragsteller: Sebastian Brehm, Marcus König
Datum: 13.02.2017


Verkehrsentwicklungsplan für Nürnberg

Die aktuelle Bevölkerungsprognose für unsere Stadt sagt bis zum Jahr 2026 eine Einwohnerzahl von über 530.000 Menschen voraus. Unsere Stadt wächst bereits seit vielen Jahren und zahlreiche Projekte zur Entwicklung von neuen Wohn- und Gewerbeflächen haben begonnen. Dabei handelt es sich z.T. um sehr umfangreiche Entwicklungsvorhaben, die ganze neue Stadtteile in den kommenden Jahrzehnten bilden werden. Tiefes Feld, Regensburger Straße, das ehemalige Südbahnhofgelände sind die größten Beispiele für diese Expansion. Die Strukturentwicklung im Knoblauchsland wird neue Bedarfe auslösen und auch viele kleinere Bauprojekte in den Stadtteilen summieren sich zu tausenden neuen Wohneinheiten.

Neben den Infrastrukturmaßnahmen in diesen Gebieten selbst und der notwendigen Planung von ausreichend Schulen, Kindertagesstätten, Nahversorgung, etc. stellt auch die weiträumigere Verkehrserschließung neuer Wohngebiete eine große Herausforderung dar. Ein neuer Stadtteil mit tausenden Wohneinheiten muss nicht nur in sich selbst verkehrlich gut ausgebaut sein, auch die größeren Zubringerstraßen und zentralen Verkehrsachsen der Stadt müssen den neuen Anforderungen mit steigendem Verkehr gewachsen sein.

Die künftigen Bewohner der neuen Gebiete werden nicht ausschließlich auf den ÖPNV, das Fahrrad oder alternative Mobilitätskonzepte setzen, sondern die Zahl der PKWs wird weiter steigen - insbesondere auch im Zuge des Ausbaus der Elektromobilität.

Daher ist es notwendig zu prüfen, ob und in welchem Maße das großräumige Verkehrsnetz unserer Stadt in der Lage ist, den zu erwartenden Zuwachs der kommenden Jahre und Jahrzehnte abzuwickeln. Straßen müssen z.B. rechtzeitig ertüchtigt werden, statt sie auf weniger Spuren zurückzubauen und bei den Planungen der ganz großen Gebiete müssen neue zusätzliche Hauptverkehrsachsen geschaffen werden, um die bestehenden Straßen nicht so weit zu überlasten, dass Verkehr weiter in die bisherigen Wohngebiete verdrängt wird. Der Verkehrs- und Parkdruck in den Stadtteilen ist z.T. bereits jetzt enorm hoch und darf nicht weiter zunehmen. Auf nahezu jeder Bürgerversammlung ist Verkehr eines der wichtigsten Themen und auch der Jahresausblick der Bürger- und Vorstadtvereine zeigt, dass die Lösung von Verkehrsproblemen in den Stadtteilen meist an oberster Stelle der Themenliste steht.

Die CSU-Stadtratsfraktion stellt daher zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden

Antrag:

  • Die Verwaltung erarbeitet auf Basis der Bevölkerungsprognose, den laufenden Planungen für Wohnbaugebiete sowie Strukturgutachten und Gewerbeflächenkonzept, eine Verkehrsprognose über das gesamte Stadtgebiet.
  • Es wird in verschiedenen Szenarien dargestellt, wie sich die Belastung der einzelnen Straßen in den neuen Gebieten entwickeln und außerhalb der Planungsgebiete voraussichtlich verändern wird.
  • Die Verwaltung zeigt auf, wo und auf welchen Trassen möglicherweise notwendige neue große Erschließungsstraßen oder Hauptverkehrsachsen verlaufen könnten und wo durch Veränderungen am bestehenden Straßennetz Entlastung für die Wohngebiete erfolgen kann.
  • Die Bürger- und Vorstadtvereine werden im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv in der Entwicklung eingebunden. Sie können sowohl Input aus den Erfahrungen im kleinteiligen Straßennetz ihrer Stadtteile einbringen als auch bei der Kommunikation mit den Anwohnern einen wertvollen Beitrag leisten.
  •  Aufbauend auf die voranstehenden Punkte wird eine Verkehrsentwicklungsplanung für das kommende Jahrzehnt und darüber hinaus angestoßen, die - ähnlich wie der Nahverkehrsplan für den ÖPNV - Zukunftsperspektiven und Entscheidungsgrundlagen für den motorisierten Individualverkehr aufzeigt.