Zukunft des Nürnberger U-Bahn-Netzes

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Antragsteller: Andreas Krieglstein, Joachim Thiel
Datum: 04.12.2017


Zukunft des Nürnberger U-Bahn-Netzes

mit dem Abschluss der Arbeiten an der U-Bahnlinie nach Gebersdorf wird im Jahr 2025 der bisher geplante Ausbau des Nürnberger U-Bahn-Netzes abgeschlossen sein.

Seit den Planungen für diesen derzeit letzten Ast haben sich in Nürnberg Einwohnerzahl und Pendlerbewegungen deutlich gesteigert. Zahlreiche neue Wohnbauprojekte, Nachverdichtung und die Planungen für ganze neue Stadtteile zeigen, dass unsere Stadt wächst. Dieses Wachstum zieht auch den Bedarf an Verkehrsinfrastruktur nach sich und insbesondere im ÖPNV sollte Nürnberg alles tun, um dem generell gestiegenen Bedarf sowie den neu hinzukommenden Bedarf aus den derzeitigen Plangebieten gerecht zu werden. Nur mit einem leistungsstarken Nahverkehr können wir mittel- und langfristig ein attraktives Alternativangebot zur in den letzten Jahren stetig gewachsenen Individualmotorisierung bieten.

Das Nürnberger U-Bahn-Netz ist seit Jahrzehnten das Rückgrat unseres ÖPNV und bietet die höchste Transporteffizienz aller unserer Nahverkehrsmittel. Eine weitere Stadtentwicklung ohne Berücksichtigung des Verkehrsmittels U-Bahn wäre nach Ansicht der CSU-Stadtratsfraktion fatal und hätte negative Auswirkungen auf unser künftiges Nahverkehrsangebot. Stagniert der U-Bahnbau bei gleichzeitig deutlich positiver Bevölkerungsentwicklung, verschlechtert sich zwangsläufig das Nahverkehrsangebot.

Zuletzt wurde im Nahverkehrsentwicklungsplan 2025 mögliche Streckenerweiterungen – z.B. nach Eibach – als Szenarien geprüft und dargestellt. Der im Jahr 2008 beauftragte und 2012 vorgestellte NVEP konnte dabei die Entwicklungen der letzten Jahre, das deutliche Wachstum der Bevölkerung über die Prognosen hinaus oder die Baulandentwicklung in einzelnen Gebieten nicht oder nicht ausreichend berücksichtigen. So ging das Gutachten z.B. von einer Einwohnerprognose von 505.000 für Nürnberg im Jahre 2025 aus – ein Wert, der bereits heute weit überschritten ist.

Deshalb ist es notwendig, die Erweiterung des bestehenden U-Bahn-Netzes über das Jahr 2025 hinaus zu denken und neu hinzukommende Baugebiete auf die Effektivität einer U-Bahnanbindung dort zu prüfen. So z.B. am Marienberg, wo bereits beim Bau der Flughafenlinie die Vorleistungen für eine weitere U-Bahnstation angelegt wurden. Mit zusätzlichen Wohnbauflächen Neu-Wetzendorf dürfte sich auch die Bevölkerungsdichte im Nordwesten in Bereiche entwickeln, die eine U-Bahnanbindung prüfenswert machen.

Insbesondere auch für das Gebiet der zu erwartenden Uni-Entwicklung auf dem ehemaligen Südbahnhof-Areal bietet sich die Anbindung mittels U-Bahn an und ist nach Ansicht der CSU-Stadtratsfraktion bei einer angestrebten Zahl von 7000 Studierenden geradezu unerlässlich, um die notwendige Transportleistung zu gewährleisten.

Neben der Anbindung neuer Entwicklungsgebiete sollte auch die Entlastung bestehender Verbindungen geprüft werden. So ist der Streckenabschnitt Plärrer – Hauptbahnhof der am meisten belastete Teil des Netzes  und wird keinen weiteren Anstieg der Fahrgäste verkraften. Eine zusätzliche Anbindung der Südstadt über einen eigenen Ast zum Plärrer würde die bisher einzige Möglichkeit aus der Südstadt (Aufseßplatz – Hauptbahnhof – Plärrer) ergänzen und entlasten.  Denkt man eine solche Linie sinnvoll weiter, würde man im Osten z.B. eine Meistersingerhalle bzw. einen neuen Konzertsaal hervorragend anbinden können.

Mittels Ausbau des U-Bahnnetzes ist das erklärte Ziel, den Modal Split in Nürnberg deutlich zugunsten des ÖPNV zu verändern, erreichbar.

Da Planung, Finanzierung und Bau von U-Bahnlinien eine Frage von Jahrzehnten ist und äußerst langfristig und vorausschauend betrachtet werden muss, sollten Verwaltung und Stadtrat die Weiterentwicklung unseres wichtigsten Nahverkehrsmittels zeitnah und umfassend betrachten und diskutieren.

Die CSU-Stadtratsfraktion stellt daher zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden

Antrag:

  • Die Verwaltung stellt den aktuellen Stand des U-Bahn-Netzes in baulicher und betriebstechnischer Hinsicht dar.
  • In Abstimmung mit der VAG werden die bisherige Entwicklung der Nutzungszahlen bezogen auf Streckenabschnitte sowie Prognosen für die kommenden 10 Jahre aufgezeigt.
  • Das U-Bahn-Bauamt stellt seine derzeitigen Planungen und Vorplanungen für eine mögliche Erweiterung bzw. einen Ausbau des bestehenden Netzes vor. Dabei wird insbesondere eine mögliche U-Bahn-Erschließung folgender Gebiete berücksichtigt:
    -          Wetzendorf / Thon
    -          Marienberg
    -          Hasenbuck / Südbahnhof-Areal
    -          Südstadt
  • Die aktuellen Möglichkeiten zur GVFG-Finanzierung einer U-Bahnerweiterung werden dargestellt. Es wird durch die Verwaltung / UB aufgezeigt, welchen Nutzen die Streckenerweiterungen im Rahmen einer Standardisierten Bewertung (inkl. Machbarkeitsstudie) aufweisen. Das U-Bahnbauamt liefert auf der Kostenseite eine Schätzung, um beurteilen zu können, ob ein erforderlicher Nutzen-Kosten-Indikator über 1,0 erzielt werden kann, oder ob die Maßnahmen derzeit an den aktuellen Förderbedingungen scheitern würden.

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