Umständlicher Ticket-Kauf per App

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CSU schlägt Verbesserungen für die Nutzer vor
Im Selbstversuch mit der neuen VGN-Ticket-App machte die Stadtratsfraktion ähnlich schlechte Erfahrungen wie viele Nutzer. Der Kauf einer digitalen Fahrkarte wurde im Vergleich zur vorigen App komlizierter und dauert nun wesentlich länger. Auch die notwendige Eingabe von persönlichen Daten - z.B. für Mitfahrer - stößt bei vielen Nutzern auf Kritik.

Zu einer modernen Großstadt gehört eine moderne ÖPNV-App. Man sollte keine funktionierenden Systeme verkomplizieren sondern auf Innovationen setzen." Sebastian Brehm, Fraktionsvorsitzender

Vergangenen Monat stieg die VAG aus der bundesweit von vielen Verkehrsbetrieben genutzten Smartphone-App „Handy-Ticket“ aus. Die Kunden mussten gezwungenermaßen  auf ein neues, eigenes System zum Online-Ticketkauf umstellen. Seither gibt es zahlreiche Klagen von Nutzern, die sich über die „Usability“ – den Bedienkomfort, die Navigation, die Registrierung und die Datenerfassung beschweren. Sowohl in den Bewertungsportalen der App-Stores als auch persönlich oder in E-Mails drücken viele Kunden ihren Unmut über die Umstellung aus.

So benötige ein Ticketkauf mehr Schritte und damit Zeit als in der bisherigen Handy-Ticket-App. Auch sei es zwingend erforderlich vor dem Ticketkauf den Namen der Abfahrhaltestelle manuell einzugeben – Straßennamen werden nicht akzeptiert, eine Ortungsfunktion fehlt und die Suche in den Haltestellen erweist sich als umständlich.

Die CSU machte den Selbstversuch an der Bushaltestelle "Rathaus" vor dem Wolff´schen Bau. Beim Versuch ein Ticket mit der App zu lösen, stießen wir schnell auf Probleme. Nach Auswahl der Fahrkarte und der Preisstufe A verlangt das System nach Eingabe der Abfahr-Haltestelle - im bisherigen System war das nicht notwendig. Doch damit war es nicht getan, die Haltestelle zum richtigen Rathaus - also das Nürnberger - erscheint erst an einunddreißigster Stelle einer langen Liste. Ohne diese aufwändige Suche nach der richtigen Stadt zum Rathaus war ein Ticketkauf systemseitig gar nicht möglich.

Es ist nicht zumutbar, dass ein Nutzer dann mit der Handy-App vor dem Busfahrer steht und verzweifelt versucht, sein Ticket zu lösen um mitgenommen zu werden." Marcus König, Verkehrspolitischer Sprecher

Apropos Mitnehmen: "Will man 2 Tickets kaufen und jemanden unkompliziert mitnehmen, geht das nicht ohne die Angabe persönlicher Daten desjenigen, den man mitnehmen möchte. Spätestens dann gibt man auf und kauft seine Tickets wieder beim Fahrer", so Marcus König weiter.

Die CSU fragt in ihrem Antrag nach, ob hier im Vergleich zur „analogen“ Variante unverhältnismäßiger Aufwand betrieben wird, um möglichem Missbrauch entgegen zu wirken.

Die neue Ticket-App ist nach Ansicht vieler Benutzer ein Rückschritt statt ein Fortschritt. Mobile Anwendungen sollen den Nahverkehr einfacher und attraktiver machen, spontane Gelegenheitsuser sollen durch die Nutzung zum regelmäßigen Nutzer oder Vielfahrer werden. Dazu braucht es funktionierende, einfach zu bedienende Anwendungen mit einem Mehrwert für den Nutzer.

Der Nürnberger Nahverkehr ist einer der besten in Deutschland, unsere automatische U-Bahn ist technisch wegweisend und auch bei den Online-Anwendungen sollte unsere Stadt vorne mit dabei sein. So bieten die aktuellsten Betriebssysteme für mobile Geräte z.B. eigene Karten- und Navigationsanwendungen, die den örtlichen ÖPNV in Echtzeit in die Kartenanwendungen mit einbinden. Integration der Standorte von Haltestellen, Abfahrtszeiten, Infos über Ausfälle und Verzögerungen, Routenberechung  - all das ist machbar und z.B. bei den Berliner Verkehrsbetrieben bereits umgesetzt.

Zum Antrag Smartphone-Angebot der VAG optimieren

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