"Public Viewing" in Nürnberg zur Fußball-WM 2014

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Antragsteller(in): Sebastian Brehm / Kilian Sendner

Datum: 16.09.2013

Antrag:

Die Verwaltung setzt sich aktiv mit potentiellen Veranstaltern einer öffentlichen Live-Übertragung der Fußballweltmeisterschaft 2014 in Verbindung.

Ausdrückliches Ziel ist es, 2014 ein Public-Viewing zu realisieren und dafür die Wöhrder Wiese als bevorzugten Veranstaltungsort zu ermöglichen.Um Beeinträchtigungen und Störpotential so gering wie möglich zu halten, sind bei der Planung und Durchführung des Events folgende Einschränkungen von den Veranstaltern einzuhalten:

  1. Es werden maximal sieben öffentliche Liveübertragungen über den Zeitraum der Fußball-WM 2014 veranstaltet. Damit können alle Spiele mit deutscher Beteiligung gezeigt werden. 
  2. Übertragungen von Spielen, die später als 22.00 Uhr MEZ angestoßen werden sind auszuschließen. Dies schränkt eine mögliche Lärmbelästigung auf einen akzeptablen Rahmen ein, da selbst im Extremfalle von Spieldauer plus Verlängerung plus Elfmeterschießen ein Spielende spätestens 0.45 Uhr feststeht.
  3. Die Übertragung von Spielen, die um 22.00 Uhr MEZ angestoßen werden, beschränkt sich auf maximal vier Veranstaltungen. Dieser Rahmen sollte ausreichen, um alle möglichen Spielkombinationen mit deutscher Beteiligung abzudecken. Die verbleibenden Spiele mit Anstoßzeiten um 18.00 Uhr sind hinsichtlich möglicher nächtlicher Lärmbelästigung ohnehin unproblematisch.
  4. Die Veranstaltungsfläche ist so anzulegen, dass maximal ein Drittel der Fläche der Wöhrder Wiese für die Dauer der Weltmeisterschaft durch den Veranstalter genutzt bzw. gesperrt wird. Die Einschränkung des Naherholungswertes des Gebiets hält sich dadurch ebenfalls in einem akzeptablen Rahmen. Die Beeinträchtigung intensiv genutzter Radwegeverbindungen im Bereich der Wöhrder Wiese muss dabei auf ein Minimum reduziert werden.

Begründung:

Viele Fans und fußballbegeisterte Bürgerinnen und Bürger sprechen uns auf mögliche Pläne der Stadt Nürnberg zur Liveübertragung der Spiele der deutschen Fußballnational-mannschaft im Rahmen der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien an.

In den vergangenen Jahren wurde anlässlich mehrerer öffentlicher Liveübertragungen von Länderspielen die Begeisterung für solche Veranstaltungen deutlich. Mehrere zehntausend Besucher ließen die entsprechenden Events zu einem weiteren Aushängeschild für Vitalität,  Aktivität und Attraktivität unserer Stadt werden – gerade auch für die Zielgruppe der jüngeren Menschen. Neben anderen regelmäßigen Großveranstaltungen wie „Rock im Park“ oder dem „Klassik Open Air“ sind Sportevents wichtiger Bestandteil des öffentlichen Lebens und von enormem Interesse in der Bevölkerung.

Nach Rücksprache mit möglichen Veranstaltern eines „Public-Viewing“ zur Fußballweltmeisterschaft 2014 haben wir erfahren, dass entsprechende Anfragen an die Stadtverwaltung bisher zurückhaltend bis negativ beurteilt wurden. Einwände hinsichtlich der späten Übertragungszeiten - aufgrund der massiven Zeitverschiebung zu Brasilien - oder bezüglich der mehrwöchigen Sperrung des Veranstaltungsortes für die öffentliche Nutzung, können wir gut nachvollziehen.

Selbstverständlich muss hier mit Augenmaß und unter Abwägung der unterschiedlichen Interessen vorgegangen und entschieden werden. So zum Beispiel hinsichtlich des zu erwartenden spätnächtlichen Lärmaufkommens bei Übertragung von Spielen, die z. B. erst nach 24 Uhr angestoßen werden.

Es gilt nach Ansicht der CSU-Stadtratsfraktion Kompromisse zu finden, die es möglich machen, sowohl den zigtausend Fußballfans den Wunsch nach einem Public-Viewing-Event zu erfüllen, als auch die möglichen Störfaktoren und Beeinträchtigungen in einem verträglichen Rahmen zu halten.

Als möglicher Veranstaltungsort für einen solchen Event bietet sich – allein schon durch die positiven Erfahrungen aus der Vergangenheit – die Wöhrder Wiese an. Die Menschen kennen und schätzen diesen Platz als Austragungsort, er ist sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und bietet ausreichende infrastrukturelle Möglichkeiten für die Veranstalter, um eine Ver- und Entsorgung reibungslos sicherzustellen. Darüber hinaus gibt es nach Rücksprache mit Polizei und Feuerwehr dort gute Erfahrungen hinsichtlich der Sicherheit und den damit in Verbindung stehenden Maßnahmen.Um eine rechtzeitige Planung und Organisation  für die Durchführung eines solchen Events zu ermöglichen, ist eine zeitnahe Beschlussfassung notwendig.