Sandsteinbau der ehemaligen Kavalleriekaserne

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Antragsteller(in): Joachim Thiel

Datum: 10.12.2013

Antrag:

Die Verwaltung berichtet über die aktuellen Bauabsichten auf dem Gelände entlang der Roon-straße und den beabsichtigten Abriss des rückwärtig gelegenen ehemaligen Kasernengebäudes Bärenschanzstraße 8a.

Die Bauverwaltung soll aus fachlicher Sicht die Stellungnahme des Baukunstbeirates erörtern, eine Einschätzung zum Denkmalwert des Gebäudes abgeben und Stellung dazu nehmen, ob und wie der erforderliche Raumbedarf auf dem Grundstück grundsätzlich ohne Abbruch des Denkmals realisiert werden kann.

Begründung:

In der letzten Sitzung des Baukunstbeirat stellte das Staatliche Bauamt seine Ideen für das geplante "Zentrum Bayern Familie und Soziales" an der Roonstraße vor.

Anstelle an der weit gebogenen Roonstraße eine klare straßenraumbegleitende raumfassende Architektur an der Straßenkante zu positionieren wurde ein weit in das Grundstück zurück-gesetztes amöbenförmiges Gebäude mit runden Ecken vorgeschlagen, das die vorgegebene Stadtstruktur im von einer Blockbebauung des 19. Jahrhunderts geprägten Viertel ignoriert und - weil zu niedrig – auch den Straßenraum nicht schließt. Nur wegen des – auch aus städtebaulichen Gründen unverständlichen - Abrückens von der Straßenkante entsteht ein räumlicher Konflikt mit dem bestehenden Sandsteingebäude der ehemaligen Kavalleriekaserne, das deswegen und für einen Mitarbeiterparkplatz abgebrochen werden soll.

Bei dem gleichermaßen architektonisch und geschichtlich wertvollen Gebäude – eines der letzten baulichen Zeugnisse der militärischen Geschichte des 19. Jahrhunderts in Nürnberg  – handelt es sich um einen feinornamentierten handwerklich errichteten Sandsteinbau aus dem Jahr 1850. Die schön gegliederte – komplett erhaltene – Fassade hat noch Anklänge an die Neugotik und erinnert an den Maximiliansstil. Weil dieses gut erhaltene historische Kasernengebäude einfach abgerissen werden soll, gibt es erhebliche Beunruhigung – die Altstadtfreunde e.V,, Geschichte für Alle e.V., die Stadtheimatpflegerin die neugegründete Stadtbildinitiative und der Verein Garnisonmuseum haben sich den fundierten Bedenken des Baukunstbeirates angeschlossen. In der interessierten Öffentlichkeit besteht erhebliches Unverständnis über das Vorhaben.

Die CSU-Fraktion ist der Ansicht, dass dieses historische Gebäude nicht ohne Grund abgebrochen werden darf. Der Raumbedarf für das "Zentrum Bayern Familie und Soziales" kann ohne Not als Straßenlängsbebauung entlang der Roonstraße realisiert werden. Die Bauverwaltung soll nachdrücklich auf eine denkmal- und stadtbildverträgliche Lösung hinwirken.