Umgestaltung Hauptmarkt und Obstmarkt (Ergänzung)

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Antragsteller(in): Joachim Thiel

Datum: 16.01.2013

Antrag:

(1) Die Verwaltung klärt im Benehmen mit den Wettbewerbssiegern (Workshop) umgehend die Gestaltungsgrundsätze für die Schnittstellen zwischen beiden Plätzen, nördlich und südlich der Frauenkirche. Insbesondere ist die Materialwahl der Oberflächenbeläge abzustimmen.

(2) Die Planungsverfahren für beide Plätze werden dann entkoppelt. Priorität bekommt der Obstmarkt. Mit den detaillierten Planungen zum Obstmarkt (auf Grundlage des 1. Preises Obstmarkt) ist baldmöglichst zu beginnen.

(3) Für den Hauptmarkt ist mit den konkreten Planungen im Osten und im Bereich vor der Frauenkirche zu beginnen.

Vorrangige Ziele sind:

- Beseitigung ungeordneter Oberflächenbeläge. Anlage eines einheitlichen Belages vor der Frauenkirche, durchlaufend von der Einmündung der Plobenhofstraße bis zur Treppe neben dem neuen Rathaus. Diese Passage soll barrierefrei (erschütterungsfrei für Rollstühle und Rollatoren) passierbar sein, sich aber optisch in das historische Kopfsteinpflaster einpassen.

- Rückbau der Brautkehre

- Prüfung und Festlegung von möglichen platzbild- und stadtraumverträglichen Standorten für Begrünung (ggf. mobil) am östlichen Platzrand beiderseits der Frauenkirche. Die Planungen sind so vorzunehmen, dass sie mit der Wettbewerbskonzeption im Ganzen aufgehen, aber auch für sich - zumindest für einen längeren Übergangszeitraum Bestand haben können, ohne als Provisorium oder offenkundig halbfertig zu wirken.

Begründung

Der Obstmarkt ist – obwohl in zentraler Stadtlage – in seiner Entwicklung zurückgeblieben. Hier besteht also erheblicher Verbesserungsbedarf. Der aktuelle Zustand des Obstmarktes gleicht einem Schandfleck. In vergleichbaren deutschen Großstädten - an denen sich die Metropole Nürnberg messen muss – sucht man heute flächenhaft heruntergekommene Areale dieser Größenordnung im Zentrum vergebens. Die Situation stellt sich als klarer städtebaulicher Missstand dar. Der Zustand ist nicht mehr hinnehmbar. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Weitere Verzögerungen sind der Bevölkerung nicht mehr vermittelbar. Dieses Stadterneuerungsvorhaben von zentraler Bedeutung kann nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden.

Zugleich birgt dieser unterentwickelte Bereich in unmittelbarer Nachbarschaft zur City erheblich Potenziale für die Entwicklung und Attraktivitätssteigerung der Innenstadt.

Hinsichtlich der Platzerneuerung des Hauptmarktes ( der Begriff Umgestaltung wäre zu weit gegriffen) gibt es etliche offene Fragen. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung ist des Öfteren die Frage aufgeworfen worden, ob eine Neupflasterung sinnvoll und vom Aufwand her vertretbar ist. Die Leserbriefe in der Tagespresse waren überwiegend skeptisch. Ein Erfordernis wird von weiten Teilen der Bevölkerung vorrangig nur für die Randbereiche insbesondere im Bereich der Frauenkirche gesehen, die Umpflasterung der Platzmitte wird als nicht dringlich, bisweilen sogar als unnötig bezeichnet. In dieser Frage besteht zumindest in der interessierten Bürgerschaft bis heute kein Konsens. Eine Totalerneuerung des Belages samt neuer Höhenplanung erscheint nach wie vor nicht unbedingt erforderlich und ist auch nicht unumgänglich.

Darüber hinaus gibt es weiterhin offene Fragen:

- Die Verlegung der Taxiplätze von Platzbereich weg in die Waaggasse ist aus Sicht des Taxigewerbes nicht praktikabel. Hier ist nach einer verträglichen Lösung zu suchen.

- Beleuchtung.

- Das notwendige Absteigen vom Rad bei Querung des  Hauptmarktes ist zumutbar – eine separate Radspur erscheint jedenfalls undenkbar. Auch hier gibt es aber noch kontroverse Diskussionen.

- Der historisch von Bäumen freie Platz ist auf Grünpotenziale zu untersuchen. In Teilbereichen im Osten sind u.U. platzraumwahrende Standorte möglich, die wichtige Sichtbeziehungen nicht per se stören. Auch hier ist der Meinungsbildungsprozess in der Bürgerschaft noch im Gange.

Die vielen offenen Fragen zum Hauptmarkt erzwingen geradezu die Entkoppelung der Ausführungsplanung und der Realisierung für beide Bereiche. Andernfalls würde die unbedingt notwendige und längst überfällige Aufwertung und Reurbanisierung des Obstmarktviertels unnötig aufgeschoben. Angesichts der dort städtebaulich eigentlich längst untragbar gewordenen Missstände können hier unnötige Verzögerungen nicht weiter hingenommen werden.