Erhalt des E-Werks mit der historischen Dynamohalle

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Antragsteller(in): Andreas Krieglstein / Joachim Thiel

Datum: 22.01.2014

Antrag:

1. Die Verwaltung nimmt die Verhandlungen mit der DIBAG, Herrn Doblinger, wieder aktiv auf und berichtet zeitnah über den aktuellen Stand.

2. Die Verwaltung prüft, inwieweit weitere Sicherungsmaßnahmen am Objekt erforderlich sind, um dem Risiko einer sich weiter verschlechternden    Bausubstanz, z.B. durch Wassereintrag aufgrund des undichten Dachs zu entgegen. Die Verwaltung fordert die DIBAG ggf. auf, diese Sicherungsmaßnahmen unverzüglich zu erbringen.

3. Die Verwaltung stellt das entwickelte Konzept, wie das historische E-Werk mit der Dynamohalle erhalten und weiter genutzt werden kann, der Öffentlichkeit vor. 

Begründung:

Seit Jahren setzen sich der Vorstadtverein Wöhrd, engagierte Bürgerinnen und Bürger und die angrenzenden Unternehmen für den Erhalt des E-Werks mit der historischen Dynamohalle auf dem ehemaligen Milchhofareal ein. Gemeinsames Ziel war und ist es, im Zusammen-hang mit der Neubebauung des Areals das alte E-Werk als ein historisch wertvolles Gebäude in unserer Stadt in einem neuen städtebaulichen Kontext zu berücksichtigen. Das Industriedenkmal könnte das Zentrum des neu entwickelten Quartiers "Am Tullnaupark" bilden und eine wichtige Funktion für die Bewohner, Mitarbeiter und Gäste gleichermaßen übernehmen.

Seit 2009 stehen Investoren und Stadtspitze im Dialog um die genannten Ziele gemeinsam zu realisieren. Zum damaligen Zeitpunkt ist man davon ausgegangen, dass der Eigentümer der Immobilie die DIBAG in München im Rahmen eines Schenkungs-vertrages das Grundstück der Stadt Nürnberg überlässt. Leider ist bis zum heutigen Tage keine positive Entwicklung erkennbar. Angesichts der Gesamtentwicklung auf dem ehemaligen Milchhofgelände bestehen erhebliche Zweifel, inwieweit der Erhalt des Gebäudes durch die DIBAG tatsächlich beabsichtigt ist oder das Gebäude am Ende des Tages sogar abgerissen wird.

Anlässlich des Neujahrsempfang 2014 des Vorstadtvereins Wöhrd wurde erneut deutlich, dass sich die Bürgerinnen und Bürger eine baldige und konstruktive Lösung wünschen. Aus Sicht der CSU-Stadtratsfraktion liegt es nun an der Stadtspitze die derzeit stockenden Gespräche mit Herrn Doblinger wieder aufzunehmen. Herr Doblinger hat sich in den letzten Jahren gegenüber der Öffentlichkeit immer als "ehrbarer Kaufmann" dargestellt. Mit Bedauern muss die Bürgerschaft Nürnbergs feststellen, dass er sich bis heute nicht an seine Versprechen hält.

Auch die Verhandlung seitens der Stadt, die als Chefsache im Rathaus betrachtet wird, führte bisher leider zu keinen Ergebnissen. Die Aussage im Sonntagsblitz vom 19.01.2013: „OB Maly verlässt sich darauf, dass Doblinger keinen Rückzieher macht“ muss daher kritisch hinterfragt werden. Ein weiteres Abwarten ist nicht tragbar, es ist in der Tat „höchste Eisenbahn" um zu Handeln.

Wir sind der Auffassung, dass die Stadtspitze Herrn Doblinger beim Wort nehmen muss und das Schenkungsversprechen nun aktiv eingefordert wird