"Welcome Service Center" als Beitrag zur Willkommenskultur

teilen

Antragsteller(in): Sebastian Brehm, Kilian Sendner

Datum: 30.01.2014

 

 Antrag:

  1. Die Verwaltung berichtet über die bestehenden Service-Angebote für ankommende  ausländische Fach- und Führungskräfte, insbesondere „Hi Potential“, Business Support Center oder die fremdsprachlichen Angebote des Einwohneramtes oder sonstiger Dienststellen, die mit ausländischen Fachkräften zu tun haben.
  2. Unter der Bezeichnung „Welcome Service Center“ richtet die Verwaltung ein spezifisches Angebot an neu angekommene ausländische Fachkräfte aus. Es soll ausländischen Fachkräften neben den melde- und ausländerrechtlichen Fragen umfassende Beratung zu allen praktischen Fragen des Aufenthalts (z.B. Wohnen, Kitas, Schulen, Kultur- und Freizeitangebot) informieren und beraten. Hierbei sind auch die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, die „Allianz pro Fachkräfte“ in der Metropolregion, die Arbeitsagentur, Unternehmensverbände, Gewerkschaften und interessierte Unternehmen einzubeziehen. Das Angebot wird durch einen entsprechenden Internetauftritt unterstützt.

 3.    Ferner wird in diesem Zusammenhang eine Beratung  insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen eingerichtet, die ausländische Fachkräfte beschäftigen wollen.

Begründung:

Im Zuge des demographischen Wandels werden Fachkräfte knapper. Dies betrifft nicht nur den „High End“-Bereich mit akademischen Studienabschlüssen, sondern auch mittelständische und Handwerksbetriebe.

Um die Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes zu sichern, bedarf es u.a. weiterer Fachkräfte aus dem Ausland.  Wirtschaftsstandorte stehen heute im in zunehmendem Wettbewerb um die besten Köpfe. Es wird von essentieller Bedeutung, sich als weltoffener Standort mit einer serviceorientierter Verwaltung zu präsentieren, die sich auf die Bedürfnisse der ausländischen Fachkräfte einstellt. In der Metropolregion Nürnberg wird dies von der „Allianz pro Fachkräfte“ befördert.

In diesem Sinne gilt es, eine Willkommenskultur  zu etablieren. Die Grundsteine hierfür wurden in Nürnberg vom Wirtschaftsreferat bereits vor Jahren gelegt mit der  Initiative
„Hi Potential“, die neuen Fach- und Führungskräften aus dem In- und Ausland spezifische Informationen zum Standort Nürnberg anbietet. Ferner unterstützt das vom Wirtschaftsreferat etablierte Business Support Center ausländische Investoren und Unternehmen, die hier investieren oder sich niederlassen wollen.

Diese bestehenden Angebote gilt es weiterzuentwickeln und mit allen anderen städtischen Dienststellen zu einem „Welcome Service Center“ zu vernetzen. In diesem „Welcome Service Center“ arbeiten z.B. das Einwohneramt, die Wirtschaftsförderung Nürnberg, das Business Support Center, das Amt für Wohnen und Stadtentwicklung, das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien – Jugendamt, die städtische Schulverwaltung, KuF etc. zusammen.

Im Rahmen des Welcome Service Center soll die ausländische Fachkraft nicht nur die melderechtlichen Formalitäten aus einer Hand erledigen können, sondern auch wichtige Informationen z.B. zur Wohnungssuche, Kita-Plätzen, Einschulung der Kinder, Kultur- und Freizeitangebot erhalten. 

Dies soll nach Möglichkeit zumindest auch in englischer Sprache erfolgen. Es ist nicht zwingend, eine physische Anlaufstelle als „Welcome Service Center“ zu etablieren. Eine Möglichkeit bestünde darin, die betreffenden Dienststellen zu allen Fragen ausländischer Fachkräfte unter der Marke „Welcome Service Center“ zusammenarbeiten zu lassen. Die Bediensteten haben dann jeweils eine Lotsenfunktion und verweisen die Interessenten an die richtige Dienststelle. Ferner gehört dazu ein eigener Internetauftritt in mehreren Sprachen.

Ferner könnte das Business Support Center auch lokale Unternehmen beraten, die ausländische Fachkräfte einstellen und sich z.B. über die Formalitäten und Angebote für ihre potentiellen Mitarbeiter erkundigen wollen. Dieser Service richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen.