Nutzungskonzept Volksbad

teilen

 

Antragsteller(in): Sebastian Brehm

Datum: 28.04.2014

Begründung:

Vor 100 Jahren wurde das Volksbad in Nürnberg eröffnet. Anlässlich dieses Jubiläums wurde auch die Diskussion um eine Sanierung und die weitere Nutzung wieder in breiter Öffentlichkeit geführt. Nicht zuletzt durch bürgerliches Engagement, Vereine und Initiativen getragen.

Bereits im Jahre 2006 wurde im Stadtrat eine mögliche Sanierung, Reaktivierung und Nassnutzung besprochen. Detaillierte Konzepte für eine Finanzierung der Baukosten und den Betrieb durch eine private Investorengemeinschaft wurden damals erarbeitet.

Letztlich scheiterte die Finanzierung an dem durch die Stadt zu tragenden Anteil der  Investitionskosten, die in der damaligen wirtschaftlichen Lage und ohne nennenswerte Zuschüsse nicht tragbar waren. Zudem mussten zum damaligen Zeitpunkt erhebliche Kosten für Sanierung und Neubau weiterer Schwimmzentren in den kommenden Jahren berücksichtigt werden.

Die Notwendigkeit der Erweiterung der Hallenbadkapazitäten im Nürnberger Westen steht dabei außer Frage. Bereits 2008 wurde im Sportentwicklungsplan der Stadt Nürnberg ein massives Defizit im Stadtwesten bescheinigt. Das Volksbad liegt dabei überaus günstig  an der Schnittstelle zwischen den beiden defizitärsten Stadtgebieten dieser Studie.

Mit seinen 200.000 Besuchern im Jahr bewegte sich das Volksbad vor seiner Schließung in einem Bereich, der nach heutigen Ansätzen und den Erfahrungen des Bäderbetriebs durchaus ohne großes Defizit betrieben werden könnte. Insbesondere Einnahmen im Bereich Sauna / Wellness können dabei extrem hohe Deckungsbeiträge erwirtschaften – wie z.B. im Südstadtbad eindrucksvoll bewiesen.

Sofern ein finanziell tragbarer Betrieb sichergestellt ist, wären die Bau-Investitionskosten für ein derartiges Vorhaben die verbleibende Herausforderung. Nach Gesprächen mit Vertretern des Freistaates wurde deutlich, dass ein nicht unerheblicher Teil der Investitionskosten durch mehrere Fördermöglichkeiten des Freistaates subventionsfähig ist.

Dies und die seit den 2006er Planungen veränderte Wirtschaftssituation der Stadt  gibt uns die Möglichkeit und Chance, erneut über eine Nassnutzung des Volksbades nachzudenken und konkrete Planungen anzustellen.

Dabei sollte insbesondere berücksichtig werden, dass die Stadt selbst durch ihren Eigenbetrieb NürnbergBad über eine kompetente Tochter verfügt, die Planungen zu steuern und den Betrieb sicherzustellen. Die positive Entwicklung dieses Bereichs in den letzten Jahren zeigt, wie effektiv und wirtschaftlich städtische Schwimmbäder betrieben werden können.

Antrag:

Die Verwaltung überarbeitet – z.T. auf Basis der Vorlagen aus dem Jahre 2006 – die Kosteneinschätzungen und Investitionspläne für eine Sanierung und Reaktivierung des Volksbades. Der Eigenbetrieb NürnbergBad wird beauftragt, ein Betriebskonzept sowie eine detaillierte Kosten- und Ertragseinschätzung zu erstellen.

Sanierungs- und Betriebskonzeption berücksichtigen neben dem „Standard-Badebetrieb“ dabei ausdrücklich:

  • Schulschwimmen
  • Vereine
  • Kursbetrieb
  • Sauna, Wellness- und erlebnisorientierte Angebote
  • Medizinische Anwendungen
  • Gastronomiebetrieb / Seminare / Events

Die Stadt Nürnberg nimmt Kontakt mit den zuständigen Stellen des Freistaates Bayern hinsichtlich der Subventionsmöglichkeiten für die Baukosten aus unterschiedlichsten Förderprogrammen auf.

Die Verwaltung prüft die Einrichtung einer durch bürgerliche Beteiligung getragene Stiftung o.Ä. zur Co-Finanzierung der Baukosten. Eine möglichst breite Beteiligungsmöglichkeit für die Bevölkerung soll dabei im Vordergrund stehen.

Dabei werden die bereits bestehenden Vereine / Initiativen zur Unterstützung des Volksbades aktiv eingebunden.