Umleitungsverkehr beim Neubau der Hafenbrücken

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Antragsteller(in): Andreas Krieglstein, Marcus König, Kilian Sendner

Datum: 23.11.2015

 

Umleitungs- und Ausweichverkehr beim Neubau der Hafenbrücken

 

Der Neubau der drei Brückenbauwerke im Hafengebiet stellt zweifelsohne die größte Herausforderung an die Verkehrsplanung im Nürnberger Südwesten seit Jahrzehnten dar.

Die durch die Einschränkungen der Behelfsbrücken und die Umleitungen entstehenden Verkehrsprobleme, stellen die angrenzenden Stadtteilen – z.B. Eibach, Maiach, Röthenbach, Reichelsdorf, Katzwang, Weiherhaus, Siedlungen Süd, Gartenstadt, Werderau – vor große Belastungen.

Auch die Logistikunternehmen im Güterverkehrszentrum Hafen werden vor Herausforderungen gestellt. Die Zeitfenster für den Umschlag von Gütern oder Warensendungen sind durch die Anforderungen der modernen Produktion und Logistik kurz bemessen und Verzögerungen in der Anlieferung und Abholung haben Auswirkungen auf Betrieb und Folgeprozesse. Auch belasten nicht rechtzeitig angekommene Lastwagen – die z. T. dann über die Nacht warten müssen – das Hafengebiet selbst und parken ggf. in den umliegenden Wohngebieten.   

Jeder der betroffenen Stadtteile hat sein „ganz eigenes Problem“ mit dem Verkehr. Nichts desto trotz sollte eine Planung umgesetzt werden, der eine gesamtheitliche, großflächige Betrachtung der Umleitungs- und prognostizierten Verdrängungsverkehre zu Grunde liegt. Vorschläge und Forderungen nach Sperrung einzelner Straßen für LKW, sind nach Ansicht der CSU-Stadtratsfraktion kontraproduktiv und können Folgeforderungen aus den anderen betroffenen Stadtteilen nach dem „St. Florians – Prinzip“ auslösen. Das würde nicht zur Lösung beitragen, sondern das Problem verschärfen. In die Planungen sollen daher insbes. auch die betroffenen Bürger- und Vorstadtvereine eingebunden werden.

Nur wenn die entsprechenden Strecken zur Umfahrung der Brückenbaustellen attraktiv ausgebaut sind und keine unnötigen Parallelarbeiten an Straßen im Umfeld stattfinden, werden die Ausweichstrecken im erforderlichen Maße Akzeptanz finden. Um gute Voraussetzungen zu schaffen, die verkehrlichen Herausforderung der Brückenneubauten zu stemmen, sollten daher unbedingt einige Straßenbaumaßnahmen  – die im unmittelbaren Zusammenhang stehen – vor Beginn der Arbeiten an den Brücken abgeschlossen sein. So an der Eibacher Hauptstraße oder rund um die Anschlussstelle Königshof.

Die CSU-Stadtratsfraktion stellt daher zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden

Antrag:

  1. Die Verwaltung berichtet von den beiden Bürger-Informationsveranstaltungen zum Neubau der Hafenbrücken. Welche Einschätzungen, Sorgen und Ideen wurden dort seitens der Bürgerinnen und Bürger thematisiert? Welche Schlüsse zieht die Verwaltung daraus und welche weiteren Maßnahmen zur Bürgerinformation und insbes. zur Bürgerbeteiligung werden umgesetzt?
  2.  Die Verwaltung zeigt Lösungsmöglichkeiten auf, die unvermeidliche Belastung der betroffenen Stadtteile rund um das Hafengebiet während der Bauzeit möglichst gering und gleichmäßig verteilt zu halten. Dabei ist eine Bevor- oder Benachteiligung einzelner Straßen oder Stadtteile nach objektiven Gesichtspunkten zu vermeiden.

Ein entsprechendes Umleitungs- und Ausschilderungskonzept wird vorgelegt und mit dem Stadtrat abgestimmt.

3. Vor Beginn der Brückenarbeiten sind zur Entlastung der umliegenden Verkehrswege folgende Straßenbaumaßnahmen abzuschließen bzw. vorzuziehen:

a) Ausbau der Kreuzung Wiener Straße / Marthweg mit einer un-signalisierten (Bypass-)Abbiegemöglichkeit aus nördlicher Richtung vom Marthweg in die Wiener Straße.

b) Ausbau des Marthwegs mit einer (Rechts-)Abbiegespur in Richtung Wiener Straße über mehrere hundert Meter. Gegebenenfalls vollständiger Durchbau von zwei Richtungsfahrbahnen von der Anschlussstelle Königshof zur Einmündung Wiener Straße.

c) Ertüchtigung der Anschlussstelle Königshof inkl. einer Lichtsignalanlage.

d) Verbesserung der Abbiegesituation für LKW von der Hamburger Straße in die Wiener Straße in Richtung Marthweg, z. B. durch eine bedarfsgesteuerte Signalisierung.

e) Ausbau der A73

Die Stadt wirkt im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf den Baulastträger ein, die Ausbaumaßnahmen vor Start der Brückenbauarbeiten umzusetzen.

f) Sanierung und Neuaufteilung des Straßenquerschnitts der Eibacher Hauptstraße im südlichen Bereich von Eibach (Maßnahme bereits in Planung und im MIP vorhanden).

Ein Zeitplan für die Umsetzung dieser Straßenbaumaßnahmen wird erarbeitet und mit dem Stadtrat abgestimmt.