Beratung und Betreuung für Kinder suchtkranker Eltern

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Antragsteller: Wolfram Scheurlen
Datum: 24.08.2017


Beratung und Betreuung für Kinder suchtkranker Eltern

Eine elterliche Suchterkrankung ist eines der zentralsten Risiken für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Studien zeigen, dass über 3 Millionen Kinder und Jugendliche – vermutlich deutlich mehr – mindestens einen suchtkranken Elternteil haben. Mit der elterlichen Suchterkrankung gehen häufig ungünstige Lebensum­stände einher, wie z. B. nachteilige soziodemographische Bedingungen, soziale Ausgrenzung, aber oftmals auch ein ungünstiges Eltern­- und Erziehungsverhalten, welches in einigen Fällen gewalttätiges Verhal­ten beinhaltet. Die entsprechenden Folgen für die Kinder können sehr tiefgreifend sein und neben körperlichen Schädigungen vor allem psychische Probleme hervorbringen.

Die erschreckend hohe Zahl der durch Sucht der Eltern auch langfristig gefährdeten Kindern und Jugendlichen veranlasste die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler, dieses Thema zu einem Schwerpunkt des diesjährigen Drogenberichtes zu machen. Dabei wird klar dargestellt, dass das die Kinder gefährdende Suchtverhalten von Eltern nicht nur den Konsum von Drogen umfasst sondern auch Missbrauch von Alkohol, Nikotin oder Abhängigkeit von Glücksspiel.

Dieses soziale und auch die Gesundheit der Kinder und Jugendliche nachhaltig beeinträchtigende Problem ist auch für die Stadt Nürnberg von hoher Bedeutung.

Um dem Rechnung zu tragen und ggf. neue oder weitere Lösungskonzepte auf den Weg zu bringen stellt die CSU-Fraktion folgenden

Antrag:

  • Die Stadt Nürnberg stellt dar, welche Beratungs- und Betreuungskonzepte es - abgesehen von Lilith e.V. - in der Stadt gibt für Kinder und Jugendliche suchtabhängiger Eltern.
  • Wie hoch ist nach Kenntnis der Stadt Nürnberg die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen, wie hoch die geschätzte Dunkelziffer?
  • Welche Vernetzung dieser Institutionen gibt es mit Gesundheitsamt und Jugendamt, öffentlichen und privaten Gesundheitsanbietern und wie langfristig und nachhaltig sind diese Vernetzungen und die ggf. bestehenden Versorgungsangebote ausgelegt?
  • Umfassen diese Beratungs- und Betreuungsangebote auch Familien mit Eltern, die von Alkohol, Glücksspiel oder Nikotin abhängig sind?
  • Gibt es Betreuungskonzepte nicht nur für die Familien in ihrer Gesamtheit sondern auch z.B. psychologische und soziale Unterstützung gezielt für die Kinder und Jugendlichen selbst (z.B. Modellprojekt Arbeit mit Kindern von Suchtkranken, www.maks-freiburg.de)?  
  • Inwieweit besteht eine überregionale Vernetzung mit ähnlichen betreuenden Institutionen innerhalb der Metropolregion bzw. überregional bayernweit (z.B. schulterschluss-bayern, Betreuungsnetzwerk in NRW)?