Gesamtstrategie E-Mobilität in Nürnberg

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Antragsteller: Dr. Otto Heimbucher, Andreas Krieglstein
Datum: 06.12.2017


Gesamtstrategie E-Mobilität in Nürnberg

Das Thema Mobilität der Zukunft ist für eine wachsende Stadt von größter Bedeutung. Nürnberg hat derzeit mehr als 530.000 Einwohner und die Prognosen gehen von einer weiter ansteigenden Bevölkerung aus. Der KFZ-Verkehr liegt seit Jahren auf einem sehr hohen Niveau, so dass an mehreren Stellen in der Stadt die Grenzwerte für Luftschadstoffe überschritten werden.

Viele große Städte in Deutschland sind aktuell in der Situation, dass Fahrverbote verhängt werden könnten. Auch Nürnberg ist gegebenenfalls davon betroffen. Aus unserer Sicht helfen keine isolierten Einzellösungen, sondern unsere Stadt benötigt eine Vielzahl an unterschiedlichen Projekten.

Ziel sollte es in Nürnberg sein, alle Aktivitäten der Kommune und privater Akteure im Rahmen einer Gesamtstrategie zu entwickeln, zu bündeln und zeitnah umzusetzen. Anhand von strategischen Zielbildern 2025 sind Maßnahmen zu entwickeln, die die Luftbelastung langfristig reduzieren, die Lebensqualität erhalten und eine individuelle Mobilität weiterhin sicherstellen.

Die CSU-Stadtratsfraktion stellt daher zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden

Antrag:

1)       Die Verwaltung berichtet über das Sofortprogramm des Bundes zur Gestaltung nachhaltiger und emissionsfreier Mobilität und die Fördermöglichkeiten für Nürnberg.

2)       Die N-ergie berichtet über die Möglichkeit einer zukünftigen Ladeinfrastruktur. Welche technischen Konzepte bietet die Autoindustrie?

3)       Die Verwaltung prüft die Einrichtung von zusätzlicher Ladeinfrastruktur, insbesondere an den hoch frequentierten Parkzonen, z.B. an den Park+Ride-Parkplätzen in Laufamholz, Mögeldorf, Frankenstadion, Herrnhütte, Röthenbach, Reichelsdorf und Katzwang sowie am Flughaben-Parkhaus und am Tiergarten. Mindestens eine Lademöglichkeit mit Schnellladefunktion sollte zum Beispiel am Bahnhofplatz errichtet werden. Weitere Standorte sind zu prüfen.

4)       Im Bereich Digitalisierung des Verkehrssystems und in der Vernetzung mit dem ÖPNV bestehen wesentliche Entwicklungschancen, beispielweise durch Mobilitätsstationen. Diese Mobilitätsstationen sollten aus Stellplätzen für Carsharing-Fahrzeugen, Radständern, ggf. mit einer Fahrradverleihstation und Taxistandplatz mit Ladensäulen für Autos und Fahrräder bestehen. Diese Stationen befinden sich vorzugsweise an einer Straßenbahn- oder U-Bahnhaltstelle.

5)       Der kommunale Fuhrpark wird grundlegend auf den Prüfstand gestellt, um noch mehr Fahrzeuge mit E-Antrieb einzusetzen. Auch bei weiteren Nutzfahrzeugen im Konzern Stadt (u.a. Feuerwehr) und bei Rettungsdiensten erfolgt eine Überprüfung.

6)       Gemeinsam mit der VAG wird das Gesamtkonzept zur Umstellung der Busflotte der Verkehrsbetriebe auf elektrischen Antrieb und dem Ausbau der Ladeinfrastruktur konkretisiert.

7)       Die Verwaltung berücksichtigt bei der weiteren Planung und Entwicklung der Gesamtstrategie nicht nur die kommunalen Projekte sondern auch Initiativen der Privatwirtschaft (z.B. Ladeinfrastruktur bei Discountern, etc.).

8)       Die Stadt appelliert an private Unternehmen, Lieferdienste und Logistikunternehmen im städtischen Bereich, sich an den Maßnahmen zu beteiligen und flankierend zu unterstützten.