Bebauung des Fürther Tores und Wiederbelebung von Ludwigstorzwinger und Tucherzwinger


Antragsteller: Joachim Thiel

Datum: 13.05.2019


Bebauung des Fürther Tores und Wiederbelebung von Ludwigstorzwinger und Tucherzwinger

Das Fürther Tor im Südwesten der Altstadt ist einer der Hauptzugänge zur südwestlichen Nürnberger Innenstadt. Bis heute zeigt sich die Situation im behelfsmäßigen Zustand der Nachkriegszeit. Dies allerdings ohne dass dies einen Mahnmal- oder wertigen Ruinencharakter hätte. An dieser Stelle ist schlichtweg der Wiederaufbau steckengeblieben. Erhalten geblieben ist nur das (instandgesetzte) Gewölbe über der Straße, die Überbauung selbst wurde im Krieg zerstört.

Auch das nähere Umfeld (Schlotfegergasse) wirkt trotz der zentralen Lage etwas heruntergekommen, ist ungepflegt und mutet als 'lost place' in der Stadt an. Der südlich oberhalb des Gewölbebogens des Fürther Tores befindliche Ludwigstorzwinger liegt ebenso wie er nördlich davon gelegene Tucherzwinger (auch Tucherbastei) quasi im Dornröschenschlaf.

Es ist längst an der Zeit, dieses städtebauliche Dauerprovisorium anzugehen und den misslichen Zustand zu reparieren. Das Fürther Tor sollte wieder überbaut werden, um der Altstadt an dieser Stelle wieder einen wertigen Abschluss zu geben, die Umgebung aufzuwerten und die beiden Zwingeranlagen wieder in angemessener und ansprechender Weise für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Das Fürther Tor ist kein historisches Tor, sondern wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts geschaffen. Als Besonderheit ist die Straße hier gewölbeartig überbaut worden. Der Wiederaufbau nach historischem Vorbild wäre zwar eine Option, allerdings wirkte die Bebauung des 19. Jahrhunderts auch sehr trutzig und wurde auch schon von Zeitgenossen kritisiert. Insoweit könnte das auch in zeitgemäßer Form passieren.

Die Gesamtsituation ist sehr schwierig und stellt große gestalterische Anforderungen, da das Tor von beiden Seiten weit sichtbar und städtebaulich sehr exponiert ist, in unmittelbarem baulichen Zusammenhang mit der Festungsanlage aus der Renaissancezeit steht und eine schwierige und vielwinklige Grundrisssituation aufweist. Auch die Frage der Höhe und der Baumassen muss sensibel austariert werden und Altes und Neues müssen in stadtbildverträglichen Dialog zueinander treten. Deshalb sollte die Suche nach der besten Lösung für die überfällige Stadtreparatur durch einen Wettbewerb erfolgen.

Die CSU-Stadtratsfraktion stellt daher zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden

Antrag:

  • Die Stadt Nürnberg beabsichtigt die Aufwertung und Wiederüberbauung des Fürther Tores, einschließlich der angemessenen Gestaltung der unmittelbaren Umgebung.
  • Für die Bebauung des Fürther Tores wird, als erster Schritt, ein offener Ideenwettbewerb ausgelobt. Die Auslobung soll keine unnötigen Einschränkungen enthalten, sondern Ideen zulassen. Als verbindliche Vorgabe sollten nur der weitest gehende Erhalt der heutigen Restsubstanz und die öffentliche Zugänglichkeit der beiden Zwinger formuliert werden.