Punkthaus für Personal am Klinikum Nord - städtebaulicher Akzent am Nordwestring


Antragsteller: Joachim Thiel

Datum: 29.07.2019


Punkthaus für Personal am Klinikum Nord – städtebaulicher Akzent am Nordwestring

Für Kliniken wird es generell zunehmend schwieriger medizinisches Fachpersonal zu finden. In 'teuren' Großstädten, kommt die Wohnungsfrage erschwerend hinzu. In Nürnberg sind Wohnungen rar und mitunter auch teuer und insbesondere in Nähe zum Klinikum Nord steht einer hohen Nachfrage (nicht nur aus dem Klinikum) kein ausreichendes Wohnungsangebot entgegen.

Im näheren Umgriff des Nordklinikums besteht auf dem freien Wohnungsmarkt zudem ein Mietpreisniveau, das für mäßig honorierte Arbeitskräfte, etwa im einfacheren Pflegedienst, aber auch Ärzte im Praktikum schwierig ist. Lange Wege von und zum Arbeitsplatz sind unattraktiv, insbesondere da wo Schicht- und Bereitschaftsdienste erforderlich sind, die mitunter auch zu Nachtstunden, wenn der ÖPNV ruht, anfallen können.

Für das Klinikum, das mit anderen Einrichtungen um dringend benötigtes qualifiziertes Personal konkurrieren muss, ist das ein Wettbewerbsnachteil beim Recruiting.

Unmittelbar innenseitig des Ringes, am Ende der Heimerichstraße/Vogelherdstraße liegt neben dem Zugangsbauwerk zum U-Bahnhof Nordwestring eine dreiecksförmige geschätzt etwa 700 m² große unbebaute dreieckige Restfläche. Dieses beim U-Bahnbau übriggebliebene Grundstück eignet sich prinzipiell gut zur Bebauung und liegt in einer Umgebung die bereits von sechsgeschossiger Bebauung geprägt ist. An dieser Stelle -  hier kreuzt eine U-Bahnlinie den Ring – ist auch eine Akzentuierung dieser städtebaulich eher unentschieden-trivialen Stelle denkbar, also Höhe. Von der Lärmemission der B 4R her ist das zwar keine ganz einfache Aufgabe, aber sie ist grundsätzlich – Lärmschutzfenster und gute Grundrisse mit Südostausrichtung - lösbar, da die lärmabgewandte Seite nach Südosten und Osten liegt. Das hier wohnungeeignete Erdgeschoss wäre an dieser Stelle für eine Bäckereifiliale mit Café o.ä. geeignet.

Dem Vernehmen nach steht die fragliche Fläche im Eigentum der Stadt. Es liegt hier also nahe, beide Problemstellungen – Stadtbildverbesserung und bedarfsgerechten arbeitsplatznahen Wohnraum für Klinikmitarbeiter - hier zusammenzuführen und ein ansprechendes Wohngebäude mit Kleinwohnungen für Klinikbedienstete zu errichten.

Die CSU-Stadtratsfraktion stellt daher zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgende

Anfrage:

  • Die Verwaltung berichtet über die baurechtlichen und –technischen Rahmenbedingungen des Grundstückes. (Dabei ist auch auf Erleichterungen die laut BauNVO für Dienst- und Werkswohnungen gelten einzugehen.) Die Verwaltung gibt eine Beurteilung der städtebaulichen Situation und zur möglichen Höhe ab.
  • Die Verwaltung gibt eine Einschätzung wie lange die Baurechtschaffung des Grundstücks dauern würde und ob der Bestellung eines Erbbaurechtes zugunsten einer Stadttochter (WBG, Klinikum) oder einer Baugenossenschaft hier konkret rechtliche Hindernisse entgegenstünden.
  • Die Verwaltung gibt eine Einschätzung zu den förderrechtlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Das betrifft insbesondere die Frage, ob eine Errichtung im Rahmen des geförderten Wohnungsbaues möglich ist, oder ob die Beschränkung auf einen bestimmten Personenkreis mit den Förderrichtlinien kollidiert. Für diesen Fall sind alternative rechtliche Möglichkeiten aufzuzeigen, etwa die Ausweisung als Werkwohnungen.