Familienbewusstes Führen bei der Stadt Nürnberg

Die Versorgungs- und Bereitstellungssituation von KiTa-, Hort- und Mittagsbetreuungsplätzen in Nürnberg durch freie Träger und die Stadt Nürnberg sind unverändert angespannt, z.T. unbefriedigend und immer wieder Gegenstand von Klagen unserer Mitbürger. Darüber hinaus sind die Kosten für die Kinderbetreuung für die Kommune erheblich und kontinuierlich steigend.

Ein Grund für diese angespannte Situation ist die Tatsache, dass zahlreiche (allein erziehende) Eltern auf die tägliche Versorgung ihrer Kinder durch o.g. Institutionen angewiesen sind, um ihren Arbeitsplatz bedarfs- und anforderungsgerecht ausfüllen zu können. Dennoch würden viele Eltern sehr gerne ihre Kinder selbst erziehen und versorgen, wenn sich dies in akzeptabler Weise mit ihrem Arbeitsplatz in Einklang bringen ließe. Eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie am Arbeitsplatz würde den organisatorischen, strukturellen und finanziellen Druck bei der lokalen kommunalen Betreuungssituation erheblich verbessern.

Ein weiterer, bislang nur unzureichend im Bewusstsein der Arbeitgeber verankerter Aspekt ist die dringende Notwendigkeit familiengerechter Arbeitsplätze auf Grund der neuen Pflegegesetze, durch die für die Arbeitgeber Beschäftigungsprobleme durch kurzfristige Freistellungen von Arbeitnehmern zur Versorgung pflegebedürftiger Angehöriger möglich werden könnten.

Die Stadt Nürnberg mit ihren verschiedenen angegliederten Unternehmen ist mit über 10.000 Arbeitnehmern einer der größten Arbeitgeber der Region und sollte bzgl. der Schaffung und Vorhaltung von familienfreundlichen Arbeitsplätzen eine Vorbildfunktion einnehmen. Optimierte Organisationsstrukturen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Arbeitnehmer wären mitarbeiterfreundlich, kinderfreundlich und könnte zur Entspannung der oben skizzierten Betreuungssituation beitragen..

Die Schaffung und Umsetzung einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie am Arbeitsplatz ist eine Führungsaufgabe in den Betrieben der Stadt Nürnberg, die einer intensiven Beratung und Begleitung der verantwortlichen Führungspersonen bedürfen. Solche Strukturen stellen zudem einen erheblichen Wettbewerbsvorteil bei der Anwerbung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar.

 Vor diesem Hintergrund stellt die CSU-Fraktion zur Behandlung in Personal- und Organisations- sowie Jugendhilfeausschuss folgenden

Antrag:

 Die Verwaltung nimmt Stellung zu folgenden Fragen:

 –     in welcher Form ist in der strategischen Personalpolitik einzelner Dienststellen, bei Töchtern und Unternehmen der Stadt Nürnberg diese Thematik einer optimalen Vereinbarkeit von Beruf und Familie systematisch verankert?

 –     wie wird sichergestellt, dass Führungskräfte familienbewusst führen (niedergelegt z.B. im Unternehmensleitbild, Führungsleitlinien, Mitarbeitergesprächen)?

 –     inwiefern ist das Thema in der Führungskräfteentwicklung und in allen Führungsfortbildungen als Querschnittsthema implementiert?

 –     wie werden Führungskräfte der Stadt und in den Töchtern über die Maßnahmen und Möglichkeiten einer familienbewussten Unternehmensführung informiert?

 –     sind alle Maßnahmen gebündelt aufgelistet und für Führungskräfte leicht erreichbar?

–     kennen alle Mitarbeiter die Möglichkeiten, um Beruf und Familie zu vereinbaren?

 Die Verwaltung stellt darüber hinaus folgende Kennzahlen – auch für die Tochterunternehmen – dar:

 –     Anteil der Teilzeitbeschäftigten

 –     Familienbezogene Beurlaubungen (z.B. auf Grund von Pflege oder Erziehung)

 –     Wahrnehmung von Elternzeit für Mütter und Väter

Details

Datum

12. Januar 2015

Antragsteller

Kontakt

w.scheurlen@icloud.com
0160 / 93 01 99 90

Bearbeitungsstatus

behandelt

Ausschussunterlagen

POA 14.07.2015