Bildungs- und sozialpolitischer Kinder- und Jugendgipfel in Zeiten der Corona-Pandemie

Die nunmehr seit einem Jahr währende Corona-Pandemie stellt alle Menschen vor große Herausforderungen. Am meisten betroffen sind Familien mit Kindern bis zu 10 Jahren, die zur Zeit auch die Verantwortung für das Home-Scooling übernehmen. Jede Grundschule erarbeitet jeweils für ihr Schulziel ein Konzept und setzt es durch viel Engagement der Lehrkräfte um.

 

Trotzdessen fördert diese Pandemie mit dem Lockdown wie unter einem Brennglas zum Teil schon lange bestehende Strukturdefizite und Ablaufdefizite in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben zutage, die auch durch kurzfristige Mittelzuweisungen des Staates nicht korrigiert werden können. Aus diesen Defiziten entwickeln sich für die nächsten Jahre und Jahrzehnte Problemfelder, die möglicherweise auch über so lange Zeiträume neue Handlungszwänge im Bereich der Sozial-, Bildungs- oder Wirtschaftspolitik nach sich ziehen.

 

Kinder und Jugendliche befinden sich in prägenden Lebensphasen, die über ihre Grundbildung und ihre Sprachfähigkeit, ihr weiteres Fortkommen in Schul- und Berufsleben, ihre Integrationsfähigkeit und über ihr künftiges Verständnis eines sozialen Zusammenhaltes entscheiden. In starkem Gegensatz dazu stehen zur Zeit die Bemühungen der Gesellschaft, die sich im Rahmen der Corona-Pandemie aktuell entwickelnden Probleme und Defizite für diese Altersgruppe genau zu benennen und für die nächsten Jahre Konzepte zum Ausgleich der sich entwickelnden Schieflagen zu erstellen.

 

Es werden wohl benannt die Gefahren von sich entwickelnden psychologischen Folgen der sozialen Distanzierung bei Kindern und Jugendlichen, übermäßiger negativer Medienkonsum, die Gewichtszunahme durch mangelnde Bewegung, ein weiteres Aufklaffen der sozialen und bildungspolitischen Schere durch unterschiedliche Impulse aus der Familie im Rahmen des Home-Schooling, eine verzögerte sprachliche und kulturelle Integration von Kindern aus Zuwanderer-Familien etc.

 

Neben diesen allgemein gehaltenen Hinweisen auf die sich entwickelnden gesellschaftlichen und bildungspolitischen Probleme fehlt eine genauere Charakterisierung der Defizite, aus denen sich unmittelbare Handlungsempfehlungen für die nächsten Jahre ableiten lassen. Um diese wichtigen Felder näher zu beleuchten beantragt die CSU einen bildungs- und sozialpolitischen Gipfel.

 

Die CSU-Stadtratsfraktion stellt daher zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden

Antrag:

Die Verwaltung organisiert einen bildungs- und sozialpolitischen Gipfel, bei dem durch Schulamt und Jugendamt folgende Fragen beantwortet werden sollen. Dabei soll besonders der Fokus auf Kinder < 10 Jahre gelegt werden, da sich bei dieser Altersgruppe am ehesten die Probleme einer frühen (Aus-) Bildung manifestieren.

 

  • Welche Erkenntnisse gibt es bislang zum Lern- und -Bildungsstatus der Kinder in Kitas und v.a. Grundschulen aus dem vergangenen Jahr mit wiederholtem Lockdown im Vergleich zu früheren Jahrgängen mit regelhaftem Kita- und Grundschulbetrieb?

 

  • Sind diese Defizite Folgen von fehlenden technischen oder personellen Strukturen?

 

  • Inwieweit werden Eltern bei der Vermittlung von Lehrinhalten im Rahmen des Home-Schooling didaktisch oder inhaltlich unterstützt? Bekommen die Eltern dabei Hilfe zur Selbsthilfe?

 

  • Sind Unterschied beim Spracherwerb von Kleinkindern bereits erkennbar?

 

  • Können/müssen die frühen Hilfen ausgebaut und intensiviert werden, um den drohenden Defiziten gerade bei Kindern < 3 Jahren frühzeitig zu begegnen?

 

  • Ist ein vermehrtes Vernachlässigen von Kindern bemerkbar?

 

  • Welche Erkenntnisse gibt es aus dem Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie bzgl. psychischer Probleme oder dem Auftreten von Suiziden?

 

  • Welche konkreten Ideen und Konzepte der Kita und (Grund) Schulen gibt es bislang, um in den nächsten Jahren diese Defizite aufzufangen und auszugleichen?

 

  • Welche zusätzlichen Ressourcen sind dafür notwendig?

Details

Datum

8. Februar 2021

Antragsteller

Kontakt

helmine.buchsbaum@stadt.nuernberg.de
0911 / 81 93 35

w.scheurlen@icloud.com

Bearbeitungsstatus

offen