Ermöglichungsräume für Kunst und Kultur in der Kongresshalle

Kunst und Kultur in Nürnberg zeichnen sich durch innovative Szenen in allen Sparten aus, die in ihrer ganzen Heterogenität zum kulturellen Profil der Stadt beitragen und eine lebendige über die Stadtgrenzen hinaus wahrgenommene Kulturlandschaft garantieren. Andererseits haben die Erarbeitung der Kulturstrategie der Stadt Nürnberg und Nürnbergs Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025 mehr als deutlich gemacht, dass es in der Stadt an kulturellen Ermöglichungsräumen fehlt; an Ateliers, Probe- und Präsentationsräumen für die visuellen Künste, die performativen Künste, die Literatur, für Initiativen und Gruppierungen der Stadtgesellschaft.

Mit dem Torso der Kongresshalle auf dem Ehemaligen Reichsparteitagsgelände hat die Stadt Nürnberg eine denkmalgeschützte Immobilie im Eigentum, die bereits teilweise kulturell genutzt wird und mit über 118.000 m² Bruttogrundfläche Möglichkeiten für vielfältige Nutzungen bereithält.

Im Jahr 2020 hat die Stabstelle Ehemaliges Reichsparteitagsgelände (Stab ZEP) inhaltliche Vorstudien für eine zukünftige Nutzung der Kongresshalle durchgeführt sowie eine bauliche Voruntersuchung in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse wurde im Dezember 2020 dem Kulturausschuss detailliert vorgestellt. Am 9.2.2021 bzw. am 19.3.2021 wurde die Verwaltung durch den Stadtrat bzw. den Kulturausschuss beauftragt, weitere Schritte zur kulturellen Nutzung der Kongresshalle zu prüfen.

Aktuell ist an die Ertüchtigung des direkt an das Dokumentationszentrum anschließenden Teilstücks des Kongresshallenrunds, bestehend aus vier Segmenten, gedacht.

Die bauliche Voruntersuchung ermittelte für dieses Teilstück eine Bruttogeschossfläche von ca. 20.000 m². Hier ließen sich ca. 100 Räume für Produktion (ca. 4.800 m²), Präsentation (ca. 1.000 m²) und Begegnung (ca. 260 m²) sowie ca. 50 Räume für die dringend von den Museen der Stadt Nürnberg benötigen Lager- und Depotflächen (ca. 2.400 m²) platzieren. Hinzu kommen ca. 1.500 m² Außenflächen (Arkadengang im EG und Terrassenflächen im 2. OG) sowie ca. 4.200 m² für Flure/WC und Treppenhäuser.

Die CSU-Stadtratsfraktion stellt daher zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden

Antrag:

Die Verwaltung wird beauftragt:

  1. eine Konkretisierung der notwendigen baulichen Maßnahmen vorzunehmen, um ein aus vier Segmenten bestehendes Teilstück der Kongresshalle mit einer Bruttogeschossfläche von ca. 20.000 m² in Ermöglichungsräume für die Künste und Kulturen zu entwickeln,
  2. die Planungs- und Baukosten zu ermitteln, auf deren Grundlage eine Entscheidung über die Einleitung des BIC-Verfahrens die Einstellung von Mitteln in den MIP erfolgen kann. Hierbei sind die jährlich ohnehin für die Bausicherung entstehenden Unterhaltungskosten im städtischen Haushalt zu berücksichtigen.
  3. die Möglichkeiten einer Bezuschussung der Maßnahme B. durch den Denkmalschutz und Europäische Förderfonds (EFRE) oder anderweitige Sonderprogramme zu prüfen,
  4. Sondierungsgespräche mit dem Freistaat Bayern über eine Kofinanzierung aufzunehmen.

Details

Datum

14. Juni 2021

Antragsteller

Kontakt

kb@kerstin-boehm.de
0911 2857905

Bearbeitungsstatus

offen